Leitfaden Eigenanbau
Ob Anfänger oder Fortgeschrittener Gärtner für Cannabis – hier bist du genau richtig! Unser Leitfaden bietet dir fundiertes Wissen, praktische Tipps und bewährte Techniken, um deine eigenen hochwertigen Cannabis-Pflanzen erfolgreich zu kultivieren.
Von der Auswahl der richtigen Samen über die optimale Pflege bis hin zur Ernte und Trocknung – wir begleiten dich durch jeden Schritt des Prozesses.
Leitfaden: Eigenanbau von drei Pflanzen​
Mit der Einführung eines Cannabis-Gesetzes in Deutschland (CanG) eröffnet sich die Möglichkeit des Eigenanbaus von Cannabis. Das bedeutet konkret, dass jede volljährige Person bis zu drei Cannabispflanzen gleichzeitig anbauen darf. In einem Haushalt mit drei volljährigen Personen wären somit bis zu neun Pflanzen erlaubt. Es ist jedoch wichtig, dass Cannabis und Vermehrungsmaterial durch geeignete Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen vor dem Zugriff durch Dritte, insbesondere Kinder und Jugendliche, geschützt werden. Das heißt, jede Person muss die eigenen drei Pflanzen seperat anbauen.​

Für viele Patienten und Freizeitkonsumenten ergibt sich daraus die Frage: Wie kann ich das Beste aus meiner Ernte herausholen, sowohl in Bezug auf Qualität als auch Quantität? In unserem Blogbeitrag möchten wir uns mit verschiedenen Strategien, Methoden und wichtigen Faktoren auseinandersetzen, die dabei helfen können, eine möglichst ertragreiche Ernte aus drei Cannabispflanzen zu erzielen.
Inhaltsverzeichnis ​​
Aller Anfang ist Samen und Sorten
Das Ertragspotenzial verschiedener Cannabis-Sorten variiert und hängt von Genetik, Anbaubedingungen und Pflege ab. Kommerzielle Sorten bieten oft hohe Erträge, während Liebhabersorten mehr Erfahrung erfordern. Feminisierte Samen sind sinnvoll, da sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weibliche Pflanzen hervorbringen.
Zu Beginn wählt man zwischen Automatik- und photoperiodischen Pflanzen. Photoperiodische Sorten beginnen im Herbst bei kürzer werdenden Tagen zu blühen, um sich vor dem Winter zu reproduzieren. Automatik-Sorten hingegen blühen unabhängig von der Tageslänge nach etwa fünf Wochen. Beim Anbau im Freien, z. B. im Garten oder auf dem Balkon, kann man Automatik-Sorten ab Mitte April aussäen und schon im Hochsommer ernten. Für den Anbau unter künstlichem Licht sind photoperiodische Pflanzen besser geeignet, da sie volle Kontrolle über Wachstums- und Blütephasen ermöglichen.
Die Sortenwahl orientiert sich oft an Indica oder Sativa: Indicas wachsen kompakt, blühen schneller und wirken entspannend – ideal für abends und bei Stress oder Schmerzen. Sativas sind größer, brauchen etwas länger und wirken anregend, was sie für den Tagesgebrauch beliebt macht. Hybriden vereinen Merkmale beider Typen.
Ein hoher THC-Gehalt allein bestimmt nicht die Wirkung; auch CBD und Terpene beeinflussen das Gesamterlebnis („Entourage-Effekt“). Die Sortenwahl sollte daher die gesamte Pflanzenzusammensetzung berücksichtigen.
Die Qualität der Samen ist entscheidend für die Pflanzenentwicklung und zeigt sich oft erst in den späteren Wachstumsphasen, wenn eine robuste Genetik unverzichtbar wird.

Unabhängig von der Keimungsmethode gelten einige grundlegende Empfehlungen. Eine der wichtigsten ist die richtige Temperatur, die Samen benötigen, um Feuchtigkeit aufzunehmen und zu keimen.
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Ein Keimling umfasst die ersten sichtbaren Entwicklungen des Samens, wie die Wurzelbildung im Substrat. Der Begriff Spross bezieht sich auf die jungen Pflanzenteile, die oberirdisch wachsen. Der Übergang zur Jungpflanze erfolgt mit der Bildung neuer Blätter. Ein Setzling oder Steckling hingegen ist ein Klon einer Mutterpflanze und stammt nicht aus einem Samen.
Grundlegende Empfehlungen für die Keimung und die ersten Wochen:
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Aufrechterhaltung der idealen Temperatur zwischen 18 und 25°C
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etwa innerhalb der Wohnung
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feuchtes, aber nicht nasses Milieu
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Substrat feucht halten, aber nicht nass
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Keimung findet in Dunkelheit statt
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etwa mit 1cm Substrat überdecken
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relative Luftfeuchte zwischen 70 und 90%
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mit Plastiktüte oder halbierter Plastikflasche ein Gewächshaus basteln
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- Spross benötigt dann viel Licht
künstliches Licht oder sonnigster Ort in der Wohnung, um "spargeln" bzw. die Suche nach Licht zu verhindern
Wachstumsphasen
Ähnlich wie alle lebenden Organismen durchläuft Cannabis verschiedene Wachstumsphasen, jede mit ihren eigenen Anforderungen und Bedürfnissen:
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vegetative Phase / Wachstumsphase
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Keimling
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Spross
- Jungpflanze
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reproduktive Phase / Blütephase
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Diese Phase bezieht sich auf den Zeitpunkt im Lebenszyklus der Pflanze, an dem sie Blütenstände entwickelt, die für die Fortpflanzung verantwortlich sind und auch die größte Konzentration der begehrten Cannabinoide enthalten.
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Erntephase
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Es ist wichtig zu beachten, dass die Ernte gegen Ende der Blütephase erfolgt.
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Lichtzyklen nach Entwicklungsphase
Zyklen und Spektren im Anbaubereich sollten den natürlichen Lichtverhältnissen nachempfunden sein, um Wachstum oder Blütenbildung zu fördern.

